Nach den heißen Temperaturen der vergangenen Tage führten heftige Gewitter und anhaltender Starkregen zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehren im hinteren Pitztal.
Murenabgänge, ein schwerer Erdrutsch, Straßensperren sowie ein großflächiger Stromausfall beschäftigten die Einsatzkräfte in den letzten Tage hinweg. Durch das koordinierte Zusammenwirken der Feuerwehren des Hinteren Pitztal sowie zahlreicher weiterer Organisationen konnten die Auswirkungen der Naturereignisse bestmöglich bewältigt werden.
Bereits am Sonntag den 28. Juni 2026 wurden die Feuerwehren zu einem Murenabgang im Bereich Bichl alarmiert. Vor Ort galt es zunächst, ein betroffenes Wohngebäude vor weiteren Wassermassen zu schützen. Gleichzeitig wurden zahlreiche Wertgegenstände sowie Tiere aus dem Gefahrenbereich gerettet. Gemeinsam mit unterstützenden Unternehmen konnte der Bach wieder in sein ursprüngliches Bachbett zurückgeleitet und dieses ausgebaggert werden, wodurch die unmittelbare Überflutungsgefahr deutlich reduziert werden konnte.
Am darauffolgenden Tag verschärfte sich die Lage erneut. Ein weiterer Murenabgang am Bichlbach führte zu erheblichen Schäden an der Landesstraße. Mehrere Straßen und Wege mussten umgehend gesperrt werden, zwei Wohngebäude wurden vorsorglich evakuiert. Während des laufenden Einsatzes ereignete sich ein weiterer Murenabgang, weshalb zusätzliche Einsatzkräfte nachalarmiert wurden. Aufgrund der anhaltenden Niederschläge dauerten die Sicherungsmaßnahmen bis in die Abendstunden an.
Parallel dazu kam es infolge eines massiven Erdrutsches im Ortsteil Bichl zu erheblichen Schäden an der Stromversorgung. Eine beschädigte Stromleitung machte umfangreiche Reparaturarbeiten erforderlich, wodurch das hintere Pitztal über mehrere Stunden ohne Stromversorgung blieb. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wurden die Feuerwehrhäuser in Plangeross, Neurur und St. Leonhard als Notfall-Anlaufstellen besetzt und mittels Notstromaggregaten versorgt. Darüber hinaus stellten die Feuerwehren die Stromversorgung für wichtige Telekommunikationseinrichtungen sicher und gewährleisteten damit die Erreichbarkeit der Notrufsysteme.
Im Laufe des Tages unterstützten die Einsatzkräfte zudem einen landwirtschaftlichen Betrieb auf der Taschachalm. Aufgrund des Stromausfalls konnte die Melkanlage nicht betrieben werden. Mithilfe eines Stromerzeugers der Feuerwehr konnte die Versorgung der Tiere sichergestellt werden.
Auch während der Nacht standen zahlreiche Feuerwehrmitglieder im Schichtbetrieb im Einsatz. Gemeinsam wurden die Aufräumungsarbeiten im Bereich der beschädigten Landesstraße abgesichert und großflächig ausgeleuchtet. Beobachtungsposten überwachten die Hangbereiche sowie den Bichlbach, um auf mögliche weitere Murenabgänge oder Veränderungen der Lage unverzüglich reagieren zu können.
Zusätzlich wurden die Feuerwehren Zaunhof, Jerzens und Wenns am Abend des 29. Juni zu einer gemeldeten Lichterscheinung im Bereich der Pitze alarmiert. Aufgrund der zunächst unklaren Lage wurden mehrere Beobachtungsposten eingerichtet und die Wasserrettung zur Unterstützung hinzugezogen. Nach umfassender Erkundung stellte sich heraus, dass die Lichtquelle von einer Lampe im Gelände ausging, wodurch kein weiterer Einsatz erforderlich war.
Auch in den frühen Morgenstunden des 1. Juli unterstützten die Feuerwehren weiterhin die Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten entlang der L16 Pitztal-Landesstraße. Mittels leistungsstarker Flutlichtanlagen und Stromaggregaten wurden die Arbeitsbereiche ausgeleuchtet, um den Einsatz der Räumgeräte auch während der Nacht sicher durchführen zu können.
Die Unwetterserie zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die enge Zusammenarbeit der Feuerwehren ist.
Im Einsatz standen die Feuerwehren St. Leonhard im Pitztal, Plangeross, Neurur, Zaunhof, Jerzens und Wenns sowie die Polizei, die Wasserrettung, die Gemeinde St. Leonhard, Mitarbeiter der TIWAG, regionale Bauunternehmen und zahlreiche freiwillige Helfer.
Durch das professionelle Zusammenspiel aller Beteiligten konnten größere Schäden verhindert, die Infrastruktur gesichert und die Sicherheit der Bevölkerung jederzeit gewährleistet werden.
Der Bezirksfeuerwehrverband Imst bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften, den unterstützenden Organisationen sowie den freiwilligen Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz und die ausgezeichnete Zusammenarbeit während dieser außergewöhnlichen Unwetterlage.
Bericht: BFV Imst, Bilder: Feuerwehr St. Leonhard im Pitztal, Plangeross, Neurur, Zaunhof














