Großangelegte Einsatzübung im Pitztal: Blaulichtorganisationen probten Ernstfall am Pitztaler Gletscherexpress

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ST. LEONHARD IM PITZTAL / MITTELBERG.

Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, fand im Bereich
der Talstation der Pitztaler Gletscherbahn eine Großübung der Einsatzorganisationen statt. Einsatzkräfte von Feuerwehren aus dem hinteren Pitztal, Rotem Kreuz, Bergrettung, Bergbahnen und Polizei trainierten dabei die organisationsübergreifende Bewältigung eines komplexen Schadensszenarios.

Szenario:

Brand greift auf Wald über – Stromausfall stoppt Standseilbahn
Als Ausgangslage diente ein Brandgeschehen im Gastronomiebetrieb „Gletschermühle“. Die Flammen griffen auf den unmittelbar angrenzenden Wald über. Infolge des Brandes kam es zu einem Ausfall der elektrischen Versorgungseinrichtungen, was eine Notbremsung der Standseilbahn „Pitzexpress“ auslöste. Die Zuggarnitur kam dadurch rund 100 Meter vor der Talstation im Stollen zum Stillstand. In der Bahn saßen 41 Fahrgäste fest, die in der Übungsannahme zum Teil leicht oder schwer verletzt wurden.

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Brandbekämpfung, Löschwasserförderung und anspruchsvolle Evakuierung Die alarmierten Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand, um die vielschichtige Lage koordiniert abzuarbeiten:

• Brandbekämpfung & Wasserförderung:

Die Feuerwehren führten unter schwerem Atemschutz einen Innenangriff durch und leiteten parallel einen Außenangriff über eine Drehleiter ein. Aufgrund des Übergreifens auf den angrenzenden Wald und des hohen
Löschwasserbedarfs bauten die Einsatzkräfte zur Wasserversorgung zwei B-Speiseleitungen über eine längere Wegstrecke auf.

Damit konnte eine weitere Ausbreitung rasch verhindert und der Brand erfolgreich abgelöscht werden.

• Menschenrettung aus dem Brandobjekt:

Im Bereich des Brandes rettete die Feuerwehr vier Personen aus dem Gefahrenbereich, die umgehend vom Roten Kreuz übernommen und medizinisch erstversorgt wurden.

• Koordinierte Stollen-Evakuierung bei beengten Verhältnissen:

Eine besondere logistische Herausforderung stellte die Evakuierung der 41 teils verletzten Fahrgäste aus der Standseilbahn dar. Die Feuerwehr stellte dabei die Beleuchtung im Tunnel sicher und unterstützte gemeinsam mit dem Roten Kreuz und dem geschulten Bahnpersonal der Pitztaler Gletscherbahnen die Rettung der Personen aus dem Stollen.

Die Bergrettung Innerpitztal übernahm die Koordination des anspruchsvollen Abtransports der schwerverletzten, liegenden Personen. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf der Zugangstreppe im Stollen konnte diese jeweils nur in eine Richtung genutzt werden –
entweder für nachrückende Einsatzkräfte in den Tunnel oder für den Abtransport von Personen und liegenden Verletzten ins Freie. Dies erforderte eine exakte taktische Abstimmung und eine reibungslose Kooperation aller Organisationen.

• Medizinische Betreuung & Versorgung:

Das Rote Kreuz war mit 30 Sanitätern und Notärzten im Einsatz. Auf den Parkflächen der Talstation wurde eine Verletztenablage eingerichtet, in der rund 20 Verletzte nach Dringlichkeit gesichtet (triage), medizinisch versorgt und für den Weitertransport vorbereitet wurden. Das Kriseninterventionsteam (KIT) übernahm parallel die psychosoziale Betreuung der Betroffenen.

Premiere und Mehrwert:

Neu aufgestelltes Lageführungsteam des BFV Imst im Einsatz
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Übung lag auf der Führung und Koordination: Bei diesem Szenario kam erstmals das neu aufgestellte Lageführungsteam des Bezirksfeuerwehrverbandes Imst zum Einsatz. Als spezialisierte Einheit zur Führungsunterstützung stellte das Team einen
erheblichen Mehrwert für die Gesamteinsatzleitung dar.

Durch eine lückenlose Einsatzdokumentation und das Erstellen detaillierter, digitaler Lagekarten in Echtzeit verschaffte das Team den Einsatzleitern aller beteiligten Organisationen einen perfekten Überblick über das
Lagebild, die eingesetzten Ressourcen sowie dynamische Lageveränderungen.

Hervorragende Zusammenarbeit und Dank an alle Beteiligten

Das Ziel, die behördliche Zusammenarbeit, die Kommunikation und die Führungsstrukturen bei einem Großschadensereignis zu festigen, wurde vollauf erreicht.

Ein besonderer Dank der Übungsleitung gilt den 44 Figuranten, die durch ihre engagierte und geduldige Mitwirkung eine praxisnahe Ausbildung und einen reibungslosen Übungsablauf ermöglicht haben.

Ebenso bedanken sich alle beteiligten Organisationen herzlich bei den Mitarbeitern und Verantwortlichen der Pitztaler Gletscherbahn:

Neben der hervorragenden Kooperation vor Ort ermöglichte das Unternehmen erst das Realisieren dieses anspruchsvollen Übungsszenarios an den eigenen Anlagen und übernahm im Anschluss die Verpflegung aller Beteiligten im Rahmen der Nachbesprechung. Ein ebenso großer Dank gilt den Betreibern des Gastronomiebetriebs „Gletschermühle“, die ihre Räumlichkeiten bereitwillig für das realitätsnahe Brandszenario zur
Verfügung gestellt haben.

Übersicht der eingesetzten Kräfte und Mittel
Insgesamt standen 4 Blaulichtorganisationen, 27 Einsatzfahrzeuge und 148 Beteiligte im Übungseinsatz:

• Feuerwehren Abschnitt Pitztal (hinteres Pitztal):
9 Fahrzeuge, 48 Einsatzkräfte (Beteiligt: FF Plangeross, FF St. Leonhard im Pitztal, FF Neurur, FF Zaunhof, Bezirksfeuerwehrverband Imst mit Lageführungsteam Wenns)

• Rotes Kreuz (Bezirksstelle Imst/Landeck und Dienststellen):
14 Fahrzeuge, 30 Einsatzkräfte (Rettungs- und Notfallsanitäter, 3 Notärzte, Führungsunterstützung, Technik sowie Kriseninterventionsteam KIT)

• Bergrettung (Ortsstellen Innerpitztal und Jerzens):
2 Fahrzeuge, 12 Einsatzkräfte

• Polizei (Polizeiinspektion Wenns): 1 Fahrzeug, 1 Beamtin/Beamter

• Pitztaler Gletscherbahnen: 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Bahnpersonal bei der Evakuierung, Anlagentechnik und Verpflegung)

• Gemeindevertretung: 1 Person (Bürgermeister Elmar Haid, Gemeinde St. Leonhard im Pitztal)

• Figuranten: 44 Personen (Darstellerinnen und Darsteller für Verletzte und Betroffene

Bericht und Bilder: Feuerwehr Plangeross